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Interessengemeinschaft
Dortmund Kirchhörde e.V.
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  Kirchhörde - Geschichte

Bedeutung des Ortsnamens
Kirchhörde wird in alten Urkunden Hourthe oder Hurde genannt. Damit wurden Schutzstätten, die aus Hürden aus Reisig und Flechtwerk bestanden, bezeichnet. Zur Unterscheidung zum Hurde an der Emscher (Hörde) entstand die Bezeichnung Kirchhurde, da in Hörde erst später eine Kirche errichtet wurde. Die erste Erwähnung unter dem Namen Kirchhurde stammt von einer Urkunde aus dem Jahr 1253.

Das Kirchspiel Kirchhörde
Evangelische St. PatrokluskircheKirchhörde war ursprünglich ein Kirchspiel, das zum Pfarrbezirk der Dortmunder Reinoldikirche gehörte. Bereits 1189 wurde das eigenständige Tauf- und Begräbnisrecht vom Kölner Erzbischof gewährt, die endgültige Trennung von St.Reinoldi erfolgte 1655. Im 16. Jahrhunderts wurde die Reformation eingeführt. Zu dem Kirchspiel gehörten neben dem ganz im Osten gelegenen Kirchdorf auch noch Kleinholthausen, Großholthausen, Kruckel und Löttringhausen. Das Hombruch wurde erst im 19.Jahrhundert abgeholzt und besiedelt. In den Jahren von 964 bis etwa 1189 befand sich in Kirchhörde eine Kapelle, die dem Heiligen Patroklus geweiht war. Später wurde an gleicher Stelle eine Kirche errichtet, die dann Aufgrund von Baufälligkeit zwischen 1789 bis 1807 neu errichtet wurde. Der Hof zu Kirchhörde [Bearbeiten]Der neben der Patroklus-Kirche gelegene Hof Kirchhörde besaß laut einer Urkunde von 1165 die Benediktinerabtei Deutz, wahrscheinlich eine Schenkung vom Kölner Erzbischof Heribert aus dem Jahre 1019. Bekannt ist, dass 1318 der Graf von Dortmund den Hof zum Lehen hatte, später Reinold von Unna und schließlich 1535 die Familie von Syberg, die 1803 letztmalig von der Abtei Deutz mit dem Hof belehnt wurde. 1813 verkaufte der Freiherr von Syberg den Hof an den Erbpächter Trux. Die Bezeichnung Truxhof ist seit 1582 nachgewiesen. Bis Ende des 17.Jahrhunderts existierten neben dem Hof in Kirchhörde nur das Pastorat, die Küsterei und ein Kotten. Weiterhin gehörte dem Kloster Clarenberg aus der damaligen Stadt Hörde einige Ländereien in Kirchhörde.

Administrative Zugehörigkeit
Gemeinde Kirchhörde 1828Das Kirchspiel Kirchhörde gehörte gemeinsam mit den Kirchspielen Annen, Rüdinghausen, Eichlinghofen, Barop und Wellinghofen zum Oberamt Hörde, welches mit der Freiheit Hörde und dem nordöstlich davon gelegenen Niederamt Hörde mit den Dörfern Schüren und Brackel das Amt Hörde bildete. Dieses war Anfang des 14.Jahrhunderts entstanden, nachdem die Grafen von der Mark in dieser Gegend ihre Landeshoheit gegenüber der Stadt Dortmund und den Grafen von Limburg durchgesetzt hatten. Nach dem Aussterben des märkischen Herrscherhauses fiel die Grafschaft Mark und somit auch Kirchhörde 1666 an den Kurfürsten von Brandenburg.

Nach den Befreiungskriegen bildete der preußische Staat 1815 den Landkreis Dortmund innerhalb des neugeschaffenen Regierungsbezirks Arnsberg in der ebenfalls neu eingerichteten Provinz Westfalen mit Provinzialhauptstadt Münster. Neben der Stadt Dortmund und dem Amt Hörde gehörten fünf weitere Ämter dem Landkreis an. 1887 wurde aus dem südliche Teil des Landkreises Dortmund der Landkreis Hörde eingerichtet, wo die Gemeinde Kirchhörde dem Amt Barop zugeschlagen wurde.
Verwaltungstechnisch bildete die Gemeinde Kirchhörde nach der Teilung des großen Amtes Barop im Jahre 1888 ein eigenes Amt im Landkreis Hörde, wobei das Amt Kirchhörde als einziges der sechs Ämter nur aus einer einzigen Gemeinde bestand. 1929 wurde der Landkreis Hörde von Dortmund eingemeindet und auch Kirchhörde fiel an Dortmund, die Ämter Kirchhörde und Barop wurden zur Verwaltungsstelle Hombruch zusammengefasst. Mit der Gemeindereform wurde 1975 der Stadtbezirk Hombruch errichtet, zu dem Kirchhörde seitdem gehört.

Nachkriegszeit
Erinnerungsstein für die Opfer des Hubschrrauberabsturzes 1996Am 24. September 1978 wurde die RAF-Mitglieder Angelika Speitel, Michael Knoll und Werner Lotze in der Großholthausener Mark von zwei Polizeibeamten bei Schießübungen überrascht, woraufhin die Terroristen das Feuer auf die Beamten eröffneten und den Polizisten Hans-Wilhelm Hansen erschossen. Angelika Speitel wurde dabei von den Polizeibeamten angeschossen und festgenommen. Die beiden anderen RAF-Mitglieder konnten zu ihrem an der nahegeliegenen A 45 abgestellten PKW flüchten.

Am 6. Juni 1996 ereignete sich ein tragischer Hubschrauberabsturz ebenfalls über dem Waldstück Großholthausener Mark unweit der Hagener Starße und der A 45. 13 Menschen fanden den Tod, nur ein Mann konnte gerettet werden. Sechs Teilnehmer des Hubschrauberrundfluges hatten diesen auf der Messe YOU gewonnen.

Bergbau
Kohlefelder, Flöze und Stollen im Kirchhörder Raum 1868Der Beginn des Bergbaus in Kirchhörde ist vor 1743 zu legen, da bei der Verleihung eines Längsfeldes im Süden Kirchhördes die Zeche Gottessegen schon bestand, auf der Kohle und Eisenstein in Stollenbauweise gefördert wurde. Eine zwischenzeitliche Stilllegung erfolgte nach 1762. An der Grenze zur Bittermark am Isenstein existierte Mitte des 19. Jahrhunderts die Eisensteinzeche Argus, die in die 1878 wiedergegründete Zeche Gottessegen mit den Berechtsnamen Gottessegen, Caspar Friedrich, Carlsbank, Heinrichsfeld, Benjamin und Argus aufging.

Weiterhin wurde auf der Zeche Venus im Flinsbach im Nordosten und der Zeche Pauline im Norden Kirchhördes Bergbau in der Mitte des 19. Jahrhunderts betrieben. Beide Zechen wurden später von der Zeche Glückauf-Tiefbau übernommen bis diese beim Zechensterben der 1920er-Jahre ihren Abbau einstellte. Als einzige Kohlegrube in der südlich der heutigen B1 gelegenen Stadthälfte konnte Gottessegen den Betrieb fortsetzen und unter den Autarkiebestrebungen der 30er-Jahre wurde auch der Abbau von Eisenstein wieder aufgenommen.

Nach der Stilllegung der Zeche 1963 errichtete der Christopherus-Haus-Verein 1973 auf dem nördlichen Teil des Geländes Behindertenwerkstätten. Das südliche Areal an der Hagener Straße diente bis in die 90er Jahre als Großkabellager für die Deutsche Telekom und liegt jetzt brach.



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